Fotografie
Für mich ist Fotographie die im Bruchteil einer Sekunde sich vollziehende Erkenntnis von der Bedeutung eines Ereignisses und gleichzeitig die Wahrnehmung der präzisen Anordnung der Formen, die dem Ereignis seinen typischen Ausdruck verleihen.
Henri Cartier-Bresson
Lissabon Serie
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Meine Lissabon-Serie entstand während eines Urlaubs im Jahr 2011. Eines Morgens fiel mir auf, wie schön die Stadt ist, wenn noch keine Touristen unterwegs sind. Und so stand ich für den Rest des Urlaubs um 6 Uhr auf, um spätestens um 7 mit meiner Kamera durch die engen Gassen der Innenstadt zu ziehen und zu fotografieren. Ich ließ mich einfach treiben, achtete nicht darauf, wo ich war oder wie lange es dauerte. Die Zeit verging wie im Traum und die Stadt wirkte vom ersten Tag an geheimnisvoll.
Das Faszinierendste war ohne Zweifel das Licht. Es erzeugte klare Konturen und starke Kontraste (ohne die Weichheit des Lichts ganz zu verlieren) und ich entschied mich bald, auf den Schwarz-Weiß-Modus umzuschalten, wobei die großen NEF Dateien farbig blieben. Was ich offen gesagt am Anfang nicht wusste, was mir aber später alle Möglichkeiten offen ließ.
Ich lief also durch die Stadt und war wie im Rausch, ich vergaß alles um mich herum, sah nur die vielen Bilder, die mich geradezu ansprangen, um festgehalten zu werden. So entdeckte ich Lissabon durch die Linse meiner Kamera. Ich versuchte, die kurzen besonderen Momente einzufangen, die sich bald wieder verflüchtigen würden.
Kaliforien Serie
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Im Sommer 2000 war ich für 3 Wochen in Kalifornien/USA und versuchte, das typisch kalifornische Leben einzufangen. Entlang der Route 66 fanden sich Relikte aus der amerikanischen Vergangenheit, die wirkten wie ein vor langer Zeit geträumter amerikanischer Traum. Die ständig präsente Sonne erzeugte diese harten Kontraste und die besondere Farbigkeit, mit denen ich dann gearbeitet habe.
Als ich zum Beispiel die Puppen fotografiert habe, die einfach so an der Route 66 standen mit ihren Sonnenbrillen auf der Nase, sahen sie aus wie echte Frauen. Während echte Frauen wie Puppen wirkten. Ich dachte an Fotografen wie Ernst Haas und Edward Weston, die meine Auffassung von Fotografie tief geprägt haben. Ich entdeckte das Amerika der 70er und 80er Jahre quasi im Jahre 2000 wieder. Es war ein unvergessliches Erlebnis, dass ich mit meiner analogen Mamiya Mittelformatkamera und meiner analogen Canon festgehalten habe.
Sehr bald war klar, dass ich die besondere Farbigkeit dieser Bilder nicht Schwarz-Weiß, sondern farbig festhalten musste. Die Farbe war ein Teil dieser kleinen Kunstwerke, ein Wert an sich, den ich mir auf keinen Fall entgehen lassen wollte.

People Serie
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Ich bin mit meiner Kamera stets auf der Suche nach Schönheit und das ist nicht notwendig etwas Äußeres, es ist mehr die Schönheit im Inneren, die sich manchmal im Äußeren spiegelt. Wenn ich Menschen fotografiere (leider ist das in Deutschland wegen der gesetzlichen Situation kaum noch möglich), tue ich das überwiegend im Ausland. Dort scheren sich die Menschen nicht um dich, sie leben einfach ihr Leben. Und zeigen sich recht unbefangen in ihrem Alltag, in ihrer Insichgekehrtheit, ihrer Einsamkeit, aber auch in ihrer Interaktion mit anderen, den sozialen Momenten, in denen sich das Verbindende zeigt, die Tatsache, dass wir alle gleich sind, ob wir es nun einsehen oder nicht. Die Kamera fängt all das ein, das Schöne, das Verbindende, das Gemeinsame, das schlicht Menschliche. Und das liebe ich so daran.



















































